Rafting in der NĂ€he von Wien und Graz

Zur Übersicht Datum02.02.2021

Summer away from the city: Rafting in der NĂ€he von Wien und Graz

Vielen von uns wurde erst durch Corona bewußt wie schön und erlebnisreich eigentlich unsere Heimat ist. Städtetrips und Kurzreisen in tausende Kilometer entfernt liegende Ziele waren jahrelang „hip“ und manche kennen Mallorca, Kreta oder Paris besser als ihre nähere Umgebung. Es bereitet uns echte Freude, wenn Gäste fassungslos über die Schönheit der Salza, die Wildheit des Gesäuses sind und die Mächtigkeit des Bruckgrabens sind. Viele haben die landschaftliche Besonderheit Österreich wieder schätzen gelernt und Regionen wie dem Gesäuse auch eine neue Wertigkeit gegeben.

Das Gesäuse liegt 2 Stunden von Wien und 1,5 von Linz und Graz entfernt, zentraler geht’s gar nicht. Raus aus den Metropolen unseres Landes und rein in Flüsse, die Trinkwasserqualität haben. Es ist ein Privileg!

Überblick über alle Raftingtouren im Gesäuse

Die Enns

Die Enns, einer der größten Gebirgsflüsse Österreichs, entspringt in Salzburg und aber erst kurz nach Admont taucht der Fluß tobend in den berühmten Gesäuseeingang ein. Dieser Abschnitt ist die letzte unverbaute Stromschnelle im gesamten 250 km langen Flußverlauf. Der „Eingang“ bietet schwierigstes Wildwasser und der obere Abschnitt ist selbst bei niedrigen Wasserständen nur den Experten im Kajaksport vorbehalten. Nach der berühmten Pyramide, dem Wahrzeichen des Gesäuse-Einganges büßt der Fluß ein wenig von seiner Schwierigkeit ein. Hier befindet sich auch der Einstieg für unser Raftingtouren.

Wie jeder Fluß, so hat auch die Enns zwei Gesichter. Im Sommer bei Niederwasser ist der Gesäuseeingang ein lässiger Abschnitt im Schwierigkeitsgrad 3, technisch nicht allzu schwierig, aber trotz allem mit Vorsicht zu genießen. Im sogenannten „rechten Arm“, ein Flußarm im unteren Bereich wartet ein Syphon, eine tückische und gefährliche Stelle, die unbedingt gemieden werden muss. Bei Hochwasser, also im Frühjahr oder nach heftigen Regenfällen ist der Eingang selbst für erfahrene Raftguides ein Abschnitt, der absolute Konzentration und hohes Können voraussetzt. An solchen Tagen kommen nur Guides zum Einsatz, die über jahrelange Erfahrung verfügen, um unsere Gäste sicher durch diesen Abschnitt zu führen. Die Fließgeschwindigkeit ist enorm, die Wasserwucht gewaltig und Schwimmen ein „no go“ .

Nach diesem Abschnitt geht’s gemütlich und entspannt zu. 5 Kilometer treibt man mitten durch den Nationalpark, umgeben von einer beeindruckenden Gebirgskulisse. Das Hochtour, der Reichenstein, der Buchstein und andere sind Klassiker der Alpinisten. Ab dem Johnsbach Steg wird es wieder etwas turbulenter. Coole Passagen mit langgezogenen Kurven und bei höherem Pegel auch mit hohen Wellen und knackigen Walzen warten auf das Raftingteam. Den Abschluß des 12 km langen Flußabschnittes bildet der kurze Schlußschwall in Gstatterboden: Bei Niederwasser aufgrund der starken Verblockung technisch fordernd, bei Hochwasser ein Hammer im Zambezi-Style, der schon viele Teams in Einzelteile auflöste. Da aber der Staubereich eines Kraftwerkes folgt, hat man reichlich Zeit stressfrei die Teile wieder einzusammeln ….

 

Die Salza

Unser Wiener und Wienerinnen trinken unser Salza-Wasser. Mehr braucht’s eigentlich nicht, um den Reinheitsgrad der Salza zu beschrieben. Über eine Hochquell-Wasserleitung, die gänzlich ohne Pumpen auskommt und nur mit Gefälle funktioniert, wird die Bevölkerung Wiens mit Trinkwasser versorgt. Auch wenn’s uns lieber wäre, wenn die Hauptstädter nicht ganz so durstig wären, dann hätten wir Hochsommer doch etwas höhere Wasserstände, so bietet die Salza auch mit dem „Rest“ eine der attraktivsten Wildwasserstrecken Europas. Die Salza ist der längste durchgehend befahrbare Wildwasserfluß Österreichs und landschaftlich wunderschön. 

Im Frühjahr und nach Regenfällen sind Tagestouren über 30 Kilometer und mehr locker machbar. Etwa 10 km oberhalb von Wildalpen finden sich die Einstiege für diese Tagestouren. Auch wenn’s abenteuerlich klingt und man eine Streckenlänge von 30 km als nicht allzu weit einschätzt, so können die Arme auf diesen Touren lang, die Beine steif und der Atem kurz werden. Die häufigste Frage nach einer Weile am Raft: „Wie weit ist denn noch?“

Also raten wir unseren Gästen eher zu unseren Klassikern mit ca. 2 Stunden reinem Raftingsport (ohne Transfers etc.) mit den Einstiegen bei Fachwerk oder Petrus. Von hier geht’s gleich mal fetzig im Wildwasser 2-3 (leicht bis mittel) los und das bleibt auch während der gesamten Tour so. Die Salza ist ist ein kleiner, spritziger Fluß mit schnellen Kurven und daher auch bei weniger Wasser eine „Gaudi“, sodass auch Familien und Angsthasen super aufgehoben sind. Die etwas Mutigeren haben auch die Möglichkeit bei der Wasserlochklamm vom Sticklersteg oder weiter flußarbwärts in der Schlucht von ein paar Metern Höhe in die Salza zu springen. Die übrigens auch im Hochsommer eiskalt ist.


Die Salza hat viele bekannte Abschnitte wie Fachwerk, die Lange Gasse oder die Palfauer Schlucht. Letztere ist ein echtes Naturereignis, ein tief eingeschnittene Konglomeratschlucht in der man sich tausende Jahre rückversetzt fühlt, „Jurassic Park live!“
Die Salza ist kein Fluß, den man bloß einmal im Leben absolviert. Für viele unsere Gäste gehört eine Tour auf der Salza einfach im Jahr dazu, wie Geburtstag oder Weihnachten. Ohne Torte und Kerzerl, dafür mit Neopren und Stechpaddel!